Länge des Fragebogens
Die optimale Online-Umfrage hat 15-25 Fragen (vgl. Bosnjak & Batinic 1997). Zu beachten ist, dass eine Frage nicht nur diejenige Texteinheit ist, der eine Fragenummer vorangestellt wird, sondern jede Aufforderung an einen Probanden, Stellung zu einem bestimmten Sachverhalt zu beziehen. Vor allem Matrixfragen vereinen häufig eine Vielzahl an Antwortoptionen unter einer einzigen Frage. Der notwendige kognitive Aufwand der Befragten wird dabei unterschätzt. Für eine ganzheitlich gelungene Umfrage ist es interessanterweise oft besser, zu wenige Fragen zu stellen als zu viele! Während die Kategorien der Antwortoptionen vollständig auszuschöpfen sind, gilt dies nicht für Fragendimensionen. Es lohnt sich, die Fragen daher einzuschränken und nur das Wesentliche abzufragen. Den Schwerpunkt sollten Fragen bilden, die als kontrovers und besonders relevant eingestuft werden. Dies lässt das zu untersuchende Objekt zwar nicht immer zu, dennoch sind Wiederholungen oder ungenaue Abfragen zu vermeiden.
Falsch: (Wiederholung) Relevanz bestimmter Eigenschaften einer Website: Layout, Usability, Design, Inhalt, Unterhaltung, Bedienbarkeit, Ladezeit, Aktualität, Lesbarkeit, Navigation…
Richtig: Konzentration auf das Wesentliche.
Die Usability-Forschung bestätigt, dass Nutzer Textbestandteile überspringen, die sie nicht für wichtig erachten und stattdessen auf hervorgehobene Textpassagen achten (vgl. Nielsen 1997) Die Lesegeschwindigkeit von Web-Texten ist im Vergleich zu Papier um 25% geringer, daher sollte 50% weniger geschrieben werden, empfiehlt Nielsen. Im Bezug auf Fragebögen bedeutet dies, Fragetexte kurz, einfach und übersichtlich gehalten werden sollten.
Falsch: (Bezugsrahmen der Frage sehr umständlich formuliert) Welche der folgenden Themen würden Sie unter Berücksichtigung des angegebenen Übertragungsmediums in Form eines abgeschlossenen Kurses interessieren?
Die Frage setzt viel Konzentration und Aufmerksamkeit voraus, wobei selbst dann nicht ganz klar ist, wonach eigentlich gefragt wird.